Clubhaus

25.05.2018 - 1. DRV Costal Rowing Challenge / Amrum

von Kai Ramming

An der ersten DRV Coastal Rowing Regatta nahmen vier Favoriten teil: Horst Poscharsky, Henning Zurmühlen, Roger Mann und Kai Ramming der ohne zu zögern für Jan Warmke eingesprungen war.


Die Idee stammt von Tobias Wischer, der zusammen mit Michael Buchheit unter der Flagge Wiking Berlins diese Veranstaltung durch den Genehmigungs-Dschungel hindurch organisiert hat. Die Boote wurden dankenswerter Weise von Fast Sports, dem hiesigen Agenten der Eurodiffusion (Coastal Ruder Boote nach FISA Regeln, hinten offen - Wasser läuft raus) zur Verfügung gestellt. Die Anzahl der Teilnehmer lag dreimal so hoch wie die Einwohner Zahl der Hallig Oland. Im Zug nach Dagebüll trafen wir Oland Einwohnerin Nr. 17, die dann mit der Lore (das ist nicht die Schwester sondern ein kleines Schienenfahrzeug) weiter nach Hause motorte.

Bestes Wetter am Strand von Norddorf (Fotos Fast Sports Silke Harms). Unsere Teilnahme war beschränkt auf den Sonnabend, an dem ein knapp 1000m langer Rundkurs in Form eines eingedrückten Dreiecks bei starkem Flut-Querstrom, einer netten Welle und etwas Wind zu absolvieren war.  Ein Mitglied der Besatzung musste vom Strand aus zum Boot rennen und zum Schluß auch vom Boot aus durchs Ziel.

Der von uns gemeldete Doppel Vierer kam nicht zustande und wurde in einer Doppelzweier Staffel ausgetragen. Roger und Kai als die Jüngeren fingen an und das gleich mit Rogers spektakulären Sprint und Hechtsprung (Foto #7)  ins Boot. Die Bojen wurden nahezu perfekt umrundet und trotzdem fühlte sich das Rennen auf der Hypotenuse bei der Gegenströmung „lang“ an. Nach der letzten Boje mit der Welle Richtung Strand gesurft. In der Wechselzone meinte Roger unnötigerweise, aus dem Boot herausspringen zu müssen und kippte in der Querwelle Kai gleich mit aus. (Foto #8 Fast Sports Silke Harms). Auf dem Foto sieht man Kai nach seinem Tauchgang während die von uns distanzierte Mannschaft vom RaW im Hintergrund noch den Weg um die verfehlte Boje herum findet. Dann übernahmen Horst und Henning das Boot. Unser deutlicher Vorsprung schmolz dahin wie der Schafskäse unter der nordfriesischen Sonne. Henning fragte Horst, ob er die Boje im Visier hatte. Antwort „ja“ – es war nur leider die falsche. An dieser Stelle animierten Roger den Regattasprecher zu einem öffentlichen Hinweis auf Horst als den mit Abstand ältesten Teilnehmer. Und so erklärte sich, dass die Zusatzstrecke den Vorsprung in einen Nachsprung drehte, der gnädig mit etwas über einer Minute im Ergebnis zu Buche schlug. Also nur zweiter Sieger, aber das machte gar nichts.

Wir sahen dann noch spektakuläre Kenterungen und dramatische Positionskämpfe um die Bojen herum. Alle Teilnehmer kamen so direkt mit der Kraft des offenen Wassers in Kontakt, die das Coastal Rowing so faszinierend macht. (Foto #9 Fast Sports Silke Harms)  Ein Anfänger Rennen im Einer gab es auch, grenzwertig bei Bedingungen die auch erfahrene Ruderer forderte. Nach drei Kenterungen mit wieder einsteigen kam auch der letzte Einerfahrer mit falsch herum gesetzten Blättern ins Ziel – kann man so machen, wird aber……..Roger als heldenhafter Helfer in der Not verlor bei der Bergungsaktion des Einers nicht nur den Halt sondern auch die Sonnenbrille.

Alle Teilnehmer waren in bester Stimmung und mit viel Spass dabei, packten zu zweit pro Boot mit an, das mit dem Bug in der Brandung bereitgehalten wurde. Neopren werden das nächste Mal wohl alle Ruderer anziehen.

Am Pfingst Sonntag fand – ohne uns - ein Sprint / Ritt auf der Welle a la australischen Surfboat statt und am Montag eine Rudertour nach Sylt. Zur Zeit der Ebbe zwischendurch gab es kostenlose Anfänger-Ruder-Schnupper-Kurse für jedermann. Hierfür muß man dem Veranstalter zusätzlich zum aufwendigen Ausrichten der Regatta ein großes Extralob aussprechen !

Dieses erste Coastal Rowing Challenge hat uns viel Spaß gebracht. Wir wollen beim nächsten Mal (an der Ostsee ?) wieder dabei sein und sicherlich werden dann noch mehr Favoriten dabei- und von diesem
Spaß begeistert sein.