04.07.2011 - German Masters Bremen
Am vergangenen Wochenende fanden in Bremen auf dem Werdersee die "12. German Masters Open" statt. Nach dem Ausfall unserer Hummel-Regatta nutzten viele Mannschaften diese Regatta für einen letzten Test vor den "World Masters" in Posen Anfang September.So auch fast alle Masters-Mannschaften der Fari, die es den auf den Jugend- und Jahrgangsmeisterschaften vor einer Woche in Brandenburg sensationell erfolgreichen Trainingsleuten nach machen wollten.
Für einen Paukenschlag sorgte dabei der Meyerachter in seiner originären Altersklasse F (Mindestdurchschnittsalter 60 Jahre), die traditionell am heftigsten umkämpft ist und in der man noch keinen nationalen Titel erringen konnte.
Doch die Meyerleute waren dieses Jahr auf dem Transfermarkt tätig:
Das Schlaghaus bilden jetzt die Gebrüder Borchardt aus Lübeck, beides ehemalige Spitzenruderer, die sich altersmäßig und charakterlich optimal in die nicht immer einfachen Strukturen dieser Mannschaft einfügen.
Hinter diesen beiden sitzen im Maschinenraum Klaus Schramm und Holger Wetjen, beide mit gewaltiger Biomechanik und psychischer Stärke.
Der Bugvierer besteht dann aus den "Überlebenden" der Ur-Mannschaft: Rolf Meyer, Uwe Frenzel, Ergometerweltmeister Horst Poscharsky und der bärenstarke Allemanne Bernie Strocka, jahrelang Schubgarant im Mittelschiff, der jetzt als Filigrantechniker im Bug für die notwendige Lagestabilität des Bootes sorgen soll.
Alte bewährte Stammkräfte wie Hans-Werner Schwartz und Wolf-Dieter Simon wurden dieses Jahr in die Reserve versetzt, werden aber ihre Rollsitze in der nächsten Saison nicht kampflos auf geben.
Und wieder kommt es in Bremen zum Aufeinandertreffen mit den beiden Platzhirschen der Szene, der Renngemeinschaft aus Offenbach mit dem Nimbus der Unbesiegbarkeit und dem Vereinsboot des Berliner Ruder-Clubs mit dem Stamm des Deutschen Meisters im Achter von 1970. Dazu zwei weitere Boote aus Flensburg und Rostock.
Steuermann Jürgen Oelke lässt unser Boot auf der mittleren Bahn in die Startanlage einschwimmen. Bei stürmischem Gegenwind springen die Ampeln auf Grün. Der Meyerachter erstarrt in einem Wellenschock und kommt überhaupt nicht weg! Doch dann zeigt die neue Schlagstruktur aus Lübeck ihre Wirkung und mit einem unwiderstehlichen Streckenschlag wird ein Gegner nach dem anderen wieder eingesammelt. Und jetzt erstarren die führenden Offenbacher ob des heran fliegenden Bootes auf der Mittelbahn. Der Meyerachter zieht vorbei und gewinnt sensationell mit einer halben Länge Vorsprung. Die Berliner werden sogar mit zwei Längen distanziert und zeigen sich schwer geschlagen.
Damit hat der über Jahre stetige Aufwärtstrend des Meyerachters einen vorläufigen Höhepunkt erreicht und man darf gespannt sein, wie sich diese Formation in Posen gegen die internationale Konkurrenz schlägt.
Aber es gab noch zwei weitere Goldmedaillen für die Fari:
Im E-Achter (Mindestdurchschnittsalter 55 Jahre) gewann die Mannschaft Rauhut, Richter, R. Borchardt, Schreyer, Wetjen, Meyer, Frenzel, Strocka, Oelke mit drei Längen vor den ebenfalls für dieses Rennen verjüngten Offenbachern. Dritter wurde der Lomer-Vierer mit seinen Flensburger Freunden, die allerdings auf der stürmischen Außenbahn verhungerten.
Auch in dieser Klasse haben wir für Posen ein ganz heißes Eisen im Feuer.
Und nicht zuletzt setzte Kai Ramming still und leise seine Siegesserie im D-Einer (Mindestalter 50 Jahre) fort und gewann seine Abteilung mit großem Vorsprung in der schnellsten Zeit aller gestarteten Einer.
Alle Ergebnisse gibt es unter www.rudern-bsc.de
Georg Konermann-Dall

